Akute Notfälle - Please help - Urgent!


Der Fall Najib - Es wird nicht besser!

Schlechte Nachricht der Flüchtlingspaten Dortmund zu Najib
Leider gibt es nicht so gute Nachrichten von Najib. Die Ausbildung zum Altenpfleger, die Najib zum 01.08.2017 beginnen sollte, wird nicht stattfinden. Für das speziell an Geflüchtete gerichtete Projekt Care for Integration sind nicht genügend Bewerber zusammengekommen.
Jetzt müssen wir alle Kräfte anstrengen, um für Najib einen Ausbildungsplatz zu finden.
Er würde weiterhin gerne eine Ausbildung zum Altenpfleger machen, aber auch andere Ausbildungen kämen für Ihn in Frage. 
Er hat in Afghanistan Abitur gemacht und dort als Kaufmann gearbeitet. 
Er kann sich auf verschiedene Bereiche einstellen, für ihn kämen z.B. auch folgende Ausbildungen in Frage: 
  • als Friseur, 
  • als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder 
  • als Elektriker 
In diesen Bereichen werden Auszubildende gesucht. 
Es wäre sehr wichtig, dass er bald einen Ausbildungsvertrag abschließen kann, gerne auch schon zum 01.08.2017.

Wenn Ihr irgendeinen Betrieb kennt, der noch Auszubildende einstellt, oder anderweitig Kontakt zu Ausbildungsbetrieben herstellen könnt, dann meldet Euch bei uns unter info@fluechtlingspaten-dortmund.de 

Es wäre auch super, wenn Ihr Euch im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, ob dort jemand einen Ausbildungsplatz vermitteln kann. Wir danken schon mal im Voraus für Eure Hilfe und Unterstützung!

Der Fall Najib

Es ist das eingetroffen, was wir befürchtet haben.

Najib soll abgeschoben werden!

Seine ganze Familie darf hier bleiben, er muss das Land verlassen. Alle werden gleichermaßen in Afghanistan von den Taliban bedroht. Najib soll der grausamen Abschiebepolitik der Bundesregierung geopfert werden. Er erfüllt das Kennzeichen: alleinstehender, junger Mann.
Die Bundesregierung will Ihn abschieben, obwohl Najib seinen Vater pflegen muss und sein Vater dringend auf Ihn angewiesen ist. Die Bundesregierung will Ihn abschieben, obwohl Najib einen Ausbildungsplatz hat und dabei ist, Deutsch zu lernen. Wir werden alle dafür tun, dass Najib nicht abgeschoben wird!

Abschiebestopp nach Afghanistan!

Ansprechpartner sind die Flüchtlingspaten Dortmund e.V.
Link auf den Post der Flüchtlingspaten
Link auf diesen Fall hier im Blog : NAJIB MOHAMMDY UND SEINE FLÜCHTLINGSPATEN AUS DORTMUND, EIN KURZER EINBLICK!
Direkt zur Petition in OpenPetition

Der Fall David


via Petra Maryah Wilhelmy, Flüchtlingshilfe Rosenheim


Ein junger Afghane, der nun bereits seit 6 Jahren hier ist.
Ich kenne ihn seit 5 Jahren sehr gut.
David leidet unter der gleichen posttraumatischen Belastungsstörung wie Shams (Ahmadi).
Seit 3 Jahren kämpfen wir gegen die Abschiebung.
Damals kam noch eine Erkrankung hinzu, die einen Flug unmöglich machte. Dieses Symptom konnte mit Hilfe einer hart erkämpften Operation behoben werden.
David ist aber extrem antriebslos, versperrt sich am liebsten hinter verschlossenen Fenstern.
Ist nicht arbeitsfähig.
Nun am vergangenen Samstag erneut der Versuch des Bundesamtes, Frau Rößger, die mir aus
anderen Kampfszenen bereits bekannt ist. Man hat ihm die erzwungene freiwillige Ausreise angeboten, eine Grenzübertritts-Bescheinigung in die Hand gedrückt und den Pass gestern weggenommen.
Zudem soll er Formulare ausfüllen, um bei seiner Ausreise mit zu wirken. 30 Tage hat er Zeit.

Am Montag hat der Anwalt sofort erneut Klage eingereicht, begründet auf eine veränderte
Lebenssituation.
§71, Abs. 1 Asylgesetz.
Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 bis 3 zur Veränderung der Sachlage.

Und der zugestellte Bescheid hat Erstaunen und Sprachlosigkeit ausgelöst. Aber auch Wut und ich fange an, ebenfalls zu ballern, gerade was besagte Dame betrifft.

Mich erstaunt generell die Unkenntnis zum Thema Taliban, die sehr wohl informiert sind, wer und
wann jemand zurück gesandt wird.
Wir haben ja am Thema Shams gesehen, wohin es führt, gerade traumatisierte Menschen auf Kabuls
Straßen auszusetzen.
Denn auch die Betreuung durch IOM Kabul, zu denen ebenfalls Kontakt besteht, ist eine begrenzte
Zeit, dann werden die Menschen sich selbst überlassen.
Vieles beruht dort auf Korruption und ist nicht glaubhaft nachweisbar.

Seit Einführung des dort neuen Berufszweiges Entführer sind keine abgeschobenen
Menschen mehr sicher!

Ich habe am Wochenende gemeinsam mit David dessen einzige in Loga, also inmitten des Taliban
Gebietes, lebende Schwester angerufen.
Um Herrn Davids Rückkehr mitzuteilen.
Wollte David zurück, hätte ich ihm geholfen.
Aber nicht über diese freiwillig erzwungene Rückkehr des Bundesamtes, sondern über die
zentrale Rückkehrführung Augsburg mit der Möglichkeit, in ein Erin Projekt aufgenommen zu
werden.

Was sich nach dem Anruf erledigt hat.
 Die Schwester berichtet entsetzt, dass man Davids sehr nahestehenden Cousin, der in der Armee
war, vor kurzer Zeit getötet hat.
Wohl auch um zu demonstrieren, was mit ihm bei dessen Rückkehr geschehen könnte.
Die Schwester und ihre Familie stehen unter ständiger Beobachtung durch die Taliban und man hat
ihnen bereits angedeutet, sollte David zurückkehren und sich nicht den Regeln der Taliban
unterwerfen, ihn ebenfalls zu töten.
Damit bringt man zeitgleich die gesamte Familie in Gefahr.

Da David sehr belastet und depressiv ist, hatte die Schwester es bisher vermieden, ihm diese
Nachricht zu einem früheren Zeitpunkt mit zu teilen.
Sie glaubte ihn hier in Sicherheit.
Und wollte seine psychische Situation nicht noch verschlimmern.

Aber da die bayrische Regierung nun ein doch sehr unmenschliches Verhalten an den Tag legt und
dieses ganzen Verhalten mit aus der Luft gezogenen Gründen versucht zu belegen, sieht sie keine
andere Möglichkeit mehr.
Denn da die Schwester ebenfalls Kinder hat, macht sich Angst um die ganze Familie und den
Bruder breit.
Bekannt ist, dass der Vater bereits getötet wurde und die Mutter aufgrund der Bedrohungen in den
Iran geflüchtet ist.
All das hatte David im Interview zwar angegeben, aber anscheinend hatte man vergessen, dies zu
berücksichtigen.
Ich habe die Schwester gebeten, dies alles aufzuschreiben und wenn möglich und gefahrlos, von der
dortigen Polizei beglaubigen zu lassen.
Ich versuche also, gemeinsam mit dem Anwalt, diese gesamte Situation noch mal aufzurollen.
Doch ob David das emotional übersteht, wage ich zu bezweifeln.

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via Petra Maryah Wilhelmy, Flüchtlingshilfe Rosenheim

Jesidisches Geschwisterpaar in Gefahr

Khalide und Rewas

Ich kenne beide und beider Geschichten aus der Halle im letzten Jahr.
Und saß mal wieder erstaunt vor den beiden Interviews.
Die Asylanträge von Khalide und Rewas wurden negativ beschieden und Abschiebehindernisse
nicht erkannt, obwohl beide im Interview die massive Bedrohungssituation ihrer Person und ihrer
jesidischen Familie schilderten und im Zuge dessen auf den Mord seitens des IS an ihrem direkten
Cousin, einem Polizisten, hinwiesen.
Pikanterweise schilderte ihr Cousin Ayad, der mit geflüchtet ist, also eine Fluchtgemeinschaft,
ebenfalls in gleicher Unterkunft wohnhaft, exakt den gleichen Sachverhalt und erhielt daraufhin
einen dreijährigen substitären Schutz.

Wichtig:
Es ist der Cousin von beiden und beide Familien wurden einige Zeit vor dem Mord bereits bedroht.
Die Tötung des Cousins galt als Warnung für beide Familien, wenn die Kinder zurück gesandt
werden.
Der jungen Frau droht zudem die Verschleppung durch die IS, was auch bereits angedroht wurde.

Die drei vermuten, dass das Ganze auf einen schlechten Dolmetscher und den von den Wohnsitzen
unterschiedlichen Geburtsorten zurückzuführen ist.
Khalide und Rewas gaben an, in Semel (Sêmêl / Semile / Sumail, 14 km westlich von Dohuk)
geboren zu sein, der Wohnsitz und Lebensmittelpunkt ihrer zurückgebliebenen Familie sei jedoch in
Sheikh Khidr und ist ein wohl eher ein kleiner Vorort von Dohuk, der 20 km südlich des Sindschar
Gebirges liegt. (laut Wikipedia).

Ayad, der den 3-jährigen Schutz erhalten hat, gab hingegen an, er sei in Beit Sheikh Isa (Gebiet/
Bezirk Mossul) geboren und dort sei der Lebensmittelpunkt seiner Familie. Siba Sheikh Khidir (auf
arabisch heißt der Ort al-Jazeera).
Links/Quellen:
Bei den Sindschar /Shingal Bergen war eine jezidische Siedlung, die der IS angriff
(https://en.wikipedia.org/wiki/Sheikh_Khairy_Khed
http://ezidipress.com/wp-content/uploads/SibaSheikhKhidirPos.png).
Koordinaten: 36°11'4"N 41°35'26"E „During Daesh occupation of the village [Siba Sheikh Khidir]
Yezidi civilians that didn't manage to flee where rounded up and killed.
There is expected to be a new mass grave in the village by HRW and Yazda organisation.“
(http://wikimapia.org/29770200/S%C3%AEba-%C5%9E%C3%AAxXidir)

Zudem gab Rewas im Rahmen des Interviews sehr wohl an, dass einer seiner Angehörigen bei der
Polizei gewesen sei und dass er Zeuge von Gewaltandrohung geworden sei.
Auf S. 3 seines Interviews gaben Befrager (Rotter) und Dolmetscher (I. Bakr) jedoch bei Frage 14
an, dass Rewas diese Fragen gar nicht beantwortet hätte und bei Frage 16 gaben sie an, dass Rewas zwar von solchen Vorgängen erfahren habe, jedoch kein Zeuge gewesen sei.
Habe das Interview bereits zurück setzen lassen.

Nachdem Rewas bereits wegen eines Zusammenbruchs / Flashbacks in einer Klinik (Psychiatrie)
betreut wurde, muss er sich bei dem Neurologen hier melden und seine gesundheitliche Biografie so
dokumentieren.
Und einer Behandlung unterziehen.

Wir vermuten, dass Ayads Schutz auf der Schilderung der Ermordung des Polizei-Cousins basiert.
Sollte dem so sein, könnte man die Bamf-Entscheidungen gegeneinander ausspielen.
Laut Anwalt haben die Geschwister aber nur eine reale Chance, wenn die junge Frau aus keiner
autonomen Region Kurdistan kommt.
Aber Duhok liegt in einer solchen und das ist nicht das Thema.

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 Anfrage vom Bayerischen Flüchtlingsrat München


Hallo Alle,

wir sind noch immer auf der Suche nach den Namen und Kontakten von Afghanen, die am 23.1. oder am 22.2. aus Bayern nach Kabul abgeschoben worden sind.
Beim Flug vom 23.1. konnten wir bislang 8 von 18 Abgeschobenen über Unterstützer*innen und Ehrenamtliche identifizieren, von zehn Personen fehlen uns noch Namen und Hintergründe.

Am 22.2. sind nur fünf Personen aus Bayern abgeschoben worden, aber auch hier wissen wir von drei Leuten, wer sie rechtlich vertreten oder sonstwie unterstützt hat. Wir haben zu den zwei Leuten nur ein Gerücht, nachdem am Abschiebetag aus einer Münchner Unterkunft Afghanen ziemlich brutal verhaftet worden seien. Seitdem warten wir ergebnislos auf weitere Infos.

Wir sind dankbar für alle Hinweise (klingt ein bisschen nach Aktenzeichen XY). Unter anderem auch deshalb, weil die Süddeutsche zum Flug am 23.1. recherchiert und hier auch noch nach Personen sucht, die Kontakt halten zu den Abgeschobenen oder Informationen über ihre Situation und Vorgeschichte hier haben.


Beste Grüße,

Stephan Dünnwald
https://www.facebook.com/Bayerischer.Fluechtlingsrat/
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/

Kommentare

  1. Ausbildung: ihr könnt jederzeit eine Ausbildung an einem Fernlehrinstitut buchen www.sgd.de

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