Italien ermittelt gegen Priester - Mussi Zerai wurde 2016 von Pro Asyl mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet // Auf ein Wort - Identitäre in Seenot

Italien ermittelt gegen Priester
Angeblich Beihilfe zur Schlepperei

Mussie Zerai unterstützt die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Sein Engagement wird ihm nun von italienischen Behörden als Schlepperei ausgelegt.
Mussi Zerai wurde 2016 von Pro Asyl mit dem
Menschenrechtspreis ausgezeichnet - Foto: dpa
                                   

Ein Kommentar unserer Bloggerin Lemiye

Europas Rechte haben einen weiteren "Verbrecher" ausgemacht: Don Mussie Zerai,

> nominiert für den Friedensnobelpreis 2015;
> katholischer Priester und Ordensmann;
> "genannt "Schutzengel der Flüchtlinge";
> Kritiker des Umgangs der Behörden mit Hilfsorganisationen;
> Lebensretter.

Die italienische Justiz ermittelt.

Angeschwärzt wurde Don Mussie Zerai von zwei Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma, die auf einem NGO-Schiff arbeiteten. Dumm nur, dass die katholische Wochenzeitung "Famiglia Cristiana" Verbindungen der Sicherheitsfirma zu den rechtsextremen Identitären herausgefunden hat, die ihrerseits der Lebensrettung im Mittelmeer den Krieg erklärt hat. Der Ex-Marinesoldat Glan Marco Concas ist Kapitän des Identitären-Störschiffes und zugleich Mitglied einer geschlossenen Facebook-Gruppe der Sicherheitsfirma...

Mich würde interessieren, wie es privaten Sicherheitssheriffs gelingen konnte, auf einem NGO-Schiff anzuheuern! Die müssen doch backstage Hilfe gehabt haben!
                                   

Weiter zum Artikel der taz.de >>>

ROM dpa

In Italien wird nun auch einem Priester vorgeworfen, Beihilfe zur illegalen Migration geleistet zu haben. Mussie Zerai, der für sein Engagement für Flüchtlinge 2015 Kandidat für den Friedensnobelpreis war, sei ebenfalls von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Trapani betroffen, berichteten italienische Medien übereinstimmend. Die Ermittlungen richten sich auch gegen die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Berichte am Donnerstag auf Anfrage zunächst nicht.

Zerai lebt in der Schweiz und stammt aus Eritrea. Er kam Anfang der 90er Jahre als Flüchtling nach Italien. Unter Migranten und Flüchtlingen ist er spätestens bekannt, seit er Anrufe von Menschen entgegennimmt, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. „Ich leite die Meldungen weiter an die Seenotrettungsleitstelle der Küstenwache in Rom, an die maltesische und schließlich auch an die NGOs wie Ärzte ohne Grenzen, Sea Watch, Moas und (das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) UNHCR“, sagte Zerai der Zeitung La Repubblica.

Die Positionen der Boote, die ihm durchgegeben werden, veröffentliche er auch auf seiner Facebook-Seite. Die Anrufe setzten nicht Schlepper in Libyen ab, sondern Menschen, die sich bereits seit Stunden auf dem Meer befänden, betonte er im Interview mit dem Fernsehsender Rai.

Seine Telefonnummer hatte sich nach und nach unter Migranten herumgesprochen, seit Zerai 2003 als Dolmetscher für einen Journalisten in einem libyschen Gefängnis mit eritreischen Flüchtlingen in Kontakt kam, die auf dem Weg nach Europa waren. Seitdem engagiert er sich für Flüchtlinge, gründete 2006 in Italien die Hilfsorganisation „Agenzia Habeshia“ und wurde 2016 von Pro Asyl mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Hier der Link zum Artikel von taz.de vom 10.08.2017 >>> 
Italien ermittelt gegen Priester Angeblich Beihilfe zur Schlepperei / taz.de vom 10.08.2017 

Hier noch ein weiterer Artikel zum Vergleich im Thema. >>>

„Schutzengel der Flüchtlinge“ unter Verdacht

Italiens Justiz ermittelt gegen einen bekannten Priester, der vielen Flüchtlingen das Leben gerettet hat. Die Behörden berufen sich dabei auch auf dubiose Zeugen.

Goldener Glücksbringer: ein Mann in einer kirchlichen Einrichtung für Flüchtlinge in Italien. Foto: afp
Vor zwei Jahren war er Kandidat für den Friedensnobelpreis, er wird „Schutzengel der Flüchtlinge“ genannt. Jetzt aber hat die Staatsanwaltschaft Trapani den katholischen Priester Don Mussie Zerai im Visier. Es geht um Beihilfe zur illegalen Einwanderung in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die deutsche Hilfsorganisation „Jugend Rettet“. Deren Schiff „Juventa“ wurde in Italien beschlagnahmt, weil die Crew angeblich Kontakte zu libyschen Schleppern pflegte und eine Art Taxidienst für Flüchtlinge gewesen sein soll.

Don Mussie soll die Schiffe der Nichtregierungsorganisationen über die bevorstehende Ankunft und genaue Position von Flüchtlingsbooten informiert haben, unter anderem in einem geheimen Chat. Der eritreische Priester bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer Hexenjagd gegen Helfer. ...

Die NGOs sind unbequeme Zeugen im Mittelmeer. Ihre Kriminalisierung dient dazu, dass Europa sich weiter abschotten und seine Grenzen nach Süden verschieben kann. 
Mussie Zerai, Priester und Aktivist ...

Hier der komplette Artikel der Frankfurter Rundschau vom 11.08.2017 >>> 
 „Schutzengel der Flüchtlinge“ unter Verdacht / Frankfurter Rundschau vom 11.08.2017 

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Auf ein Wort! 

von unserer Bloggerin Lemiye 

Liebe Freundinnen und Freunde,

soeben habe ich von einem Treppenwitz der Gegenwart erfahren.

Mutig und mannhaft hatten sich die europäischen Identitären auf den gefährlichen Weg ins Mittelmeer gemacht, um Europa vor der Eroberung durch 800 Millionen Flüchtlingen zu bewahren. Zugegeben, die Zahl war etwas zu hoch gegriffen und ließ sich nicht dauerhaft halten, aber der Kreuzzug ins Wasser war gesetzt. Den Identitären  war es sogar gelungen, von Spendengeldern einen Kahn zu chartern und einen Gesinnungsgenossen mit Kapitänspatent an Bord zu holen.

Zwischenzeitlich wurde die C-Star, so heißt der Idäntitären-Kahn, festgesetzt. Doch durch solcherart Unbill ließen sich die Entschlossenen von ihrer Mission nicht abbringen. Nach einigen Tagen stießen sie wieder in See.

Ach so, der Treppenwitz!
DER IDENTITÄREN-KAHN IST OFFENBAR IN SEENOT GERATEN UND MUSS VERMUTLICH VON DEN SEENOTRETTERN DER SEY-EYE ABGESCHLEPPT WERDEN!

Leute, ich kann nicht mehr! Ich heule vor Lachen!
Ihr findet den Link zum Artikel unten, aber vorher zitiere ich den Artikel. Dann könnt ihr erstmal ungestört weiterlesen.

Es regnet in Strömen, die Innenräume liegen in gemütlichem Dämmerlicht, das Thermometer weist herbstliche 15,4 Grad Celsius aus - immerhin über Null. Die vierbeinigen Familienmitglieder liegen in den Betten und stellen sich tot. Und dennoch: Für heute ist mein Tag gerettet! Komplett!

Hier der Original-Artikel im Wortlaut:

"Es wäre das denkbar ironischste Ende einer geschmacklosen Aktion. Nach Angaben der Organisation „Sea-Eye“ ist das von der rechtsextremen Aktion Defend Europe – die maßgeblich von der Identitären Bewegung initiiert wurde – gecharterte Schiff C-Star in Seenot geraten und muss nun von aller Wahrscheinlichkeit nach abgeschleppt werden.

Die C-Star war von Defend Europe gechartert worden, um im Mittelmeer die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen zu behindern, die Flüchtlinge aus Seenot retten. Die Organisatoren aus dem Führungszirkel der rechtsextremen Identitären Bewegung unterstellen den freiwilligen Seenotrettern, massenhaft illegale Migranten nach Europa zu schmuggeln.

Nach eigenen Angaben wurde der Vorsitzende von „Sea-Eye“ am Freitagvormittag ein Sprecher der EU-Militäroperation „EUNAVFOR MED Operation Sophia“ darüber informiert, dass die C-Star aufgrund eines Maschinenschadens manövrierunfähig sei. Da der Kutter „Sea Eye“ dem Schiff der Identitären am nächsten sei, sei er von der Seenotleitzentrale für das westliche Mittelmeer in Rom (MRCC) angewiesen worden, der C-Start zu Hilfe zu kommen."

Rechtsextreme: Schiff der Identitären offenbar in Seenot
Nach Angaben der Organisation „Sea-Eye“ gerät das von den Rechtsextremen gechartete Schiff C-Star in Seenot und muss aller Wahrscheinlichkeit nach abgeschleppt werden.

Dazu >>> 

Nach Angaben der Organisation „Sea-Eye“ gerät das von den Rechtsextremen gecharterte Schiff C-Star in Seenot und muss aller Wahrscheinlichkeit nach abgeschleppt werden.

Tunesische Fischer haben genug von den Identitären

Hier der komplette Artikel zum Thema der Frankfurter Rundschau vom 11.08.2017 >>> 
Rechtsextreme Schiff der Identitären offenbar in Seenot / Frankfurter Rundschau vom 11.08.2017

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.

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