Die Asylentscheider - Es ist der vorläufige Höhepunkt jeder Fluchtgeschichte, die mit Asyl in Deutschland enden soll: die Anhörung durch den Entscheider oder die Entscheiderin im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). // Ein weiterer Artikel ....


Die Asylentscheider

Foto aus dem arte-Video


Diese Dokumentation lief am 13.06.2017 ab 21.05 Uhr auf arte. 
Hier der Link zur Sendung (59.06min.)  >> DIE ASYLENTSCHEIDER>>

Wer Asyl in Deutschland beantragt, sitzt ihnen ein einziges Mal gegenüber: Die Entscheider des Bundesamtes für Migration müssen abwägen, wer bleiben darf und wer nicht. Sie haben das Gesetz und ihr Gewissen. Die Dokumentation berichtet von Zwängen, Gerechtigkeit und von der unmöglichen Aufgabe, immer das Richtige zu tun.

Es ist der vorläufige Höhepunkt jeder Fluchtgeschichte, die mit Asyl in Deutschland enden soll: die Anhörung durch den Entscheider oder die Entscheiderin im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). 

Antragsteller und Entscheider sitzen sich nur ein einziges Mal gegenüber. Wer um Asyl bittet, muss hier glaubhaft machen, in seiner Heimat verfolgt worden zu sein. Der Ausgang entscheidet über die Chance auf ein neues Leben in Deutschland oder die Rückkehr in Krieg, Verfolgung oder hoffnungslose Armut. 

Die Mitarbeiter des BAMF haben für diese Entscheidung das Gesetz, ihren Verstand und den ihnen zugestandenen Entscheidungsspielraum. Die Filmemacherinnen Sandra Budesheim und Sabine Zimmer haben für ihren Film zwei Entscheider in Bingen und Hamburg bei ihrer täglichen Arbeit begleitet. Ihr Film gibt Einblick in den Entscheidungsprozess von der Anhörung bis zum Bescheid. 

Außerdem haben sie mit Asylsuchenden und einer Rechtsanwältin gesprochen sowie das BAMF-Qualifizierungszentrum in Nürnberg besucht, wo neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde auf ihre Arbeit in den Außenstellen vorbereitet werden. Im Jahr 2016 wurde wegen des gewachsenen Drucks auf das BAMF die Anzahl der Entscheider deutschlandweit von 370 auf 1.775 aufgestockt. Es ist ein Film über Menschen, die täglich große Politik für den Einzelnen umsetzen müssen, ein Film über Zwänge, über Gerechtigkeit und über die unmögliche Aufgabe, immer das Richtige zu tun.

Anmerkung >> Ein sehr eindrucksvoller Einblick ins Thema. Ich frage mich dabei auch, welche Vorgaben bekommen diese Asylentscheider und sind sie auch alle gut vorbereitet und dementsprechend ausgebildet. Immerhin geht es um Menschen und deren weiteres Schicksal, vielleicht sogar um Leben oder Tod. Horst Berndt Juni ´17   

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"Kann man nicht auch mal ein Auge zudrücken?"

Gespräch beim Entscheider 

Von Kathleen Hildebrand (SZ) 

Ein Amtsgebäude in Bingen. Die Wände sind weiß, die Büromöbel lichtgrau, draußen kriecht der Rhein durch eine Flussbiegung. Ruhig und beschaulich ist es hier. Der junge Asylentscheider sieht aufgeräumt aus, frisch geduscht. Doch auch wenn es so aussieht, im Morgenlicht, das durch die Amtsstubenfenster scheint: Klinisch und klar ist hier gar nichts.



Herr Frosting befragt heute Ashkan, einen Mann Mitte zwanzig aus Iran, der mindestens zehn Jahre älter aussieht. Sein Nachname wird nicht genannt in der Dokumentation "Auf dünnem Eis - Die Asylentscheider", die drei Verfahren in Bingen und Hamburg begleitet hat. Die Regisseurinnen Sandra Budesheim und Sabine Zimmer zeigen, wie schwer es ist, zu entscheiden, welcher Flüchtling in Deutschland bleiben darf - und wer wieder zurückgeschickt wird. Dorthin, von wo er oder sie dringend weg wollte.

Ashkan, zum Beispiel. Ein Christ aus Iran, er hat 2009 gegen die Regierung demonstriert. Dann wurde er verhaftet. Fünf Jahre Gefängnis, kein Prozess. Er trat in Hungerstreik, bis er ins Krankenhaus musste. Dann floh er. Seine Mutter ist bereits in Deutschland, sie hat Asyl bekommen. Nun geht es um den Sohn.

Fünf Jahre Haft ohne Prozess wegen der Teilnahme an einer friedlichen Demonstration? Die Geschichte klingt eindeutig. Aber Herr Frosting hat noch ein paar andere Fragen auf seiner Liste stehen. 

Ob Ashkan die Länder aufzählen könne, die er auf seinem Weg nach Deutschland durchreist hat? Nein, kann er nicht. Und ob er seine Fingerabdrücke in Griechenland abgegeben habe, da seien nämlich welche in seiner Akte. Nein, sagt Ashkan, er habe seine Fingerabdrücke nicht in Griechenland abgegeben. Wie sie dann in seine Akte gekommen sind? Das wisse er nicht.

Hier der Link zum kompletten Artikel der SZ vom 13.06.2017 >> 



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Petition des Flüchtlingsrats NRW
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. 
Deutsches Grundgesetz. 

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